Handlungsfelder

Richtlinien

Die DGfdB gibt ein eigenes Regelwerk mit Richtlinien und Arbeits­unterlagen heraus und arbeitet in Normungsgremien des Deutschen Instituts für Normung e. V. (DIN), des Comité Européen de Normalisation (CEN) und der  International Organization for Standardization (ISO) mit.

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen Eingang in diese Regelwerke finden. Insbesondere entwickeln die Experten aus Forschung, Bäderplanung und -betrieb Anpassungsvorschläge für eine Nachweisführung gemäß EnEV und der DIN V 18599. Dies schließt die Festlegung von für Schwimmbäder angepassten Zonendefinitionen und Berechnungsverfahren ein. Durch die Integration dieser Berechnungsansätze in eine Open-Source-Software wird eine erste Anwendung ermöglicht. Langfristig wird eine entsprechende Richtlinienanpassung angestrebt.

Darüber hinaus sollen für Schwimmbäder praxisgerechte Kennzahlen aus den Bereichen Ressourcen- und Emissionseinsparungen erarbeitet werden, die unter Berücksichtigung des Komforts für die Kunden und der Wirtschaftlichkeit die energetische Bewertung von Schwimmbädern und mögliche Effizienzmaßnahmen erleichtern. Durch die Definition eines „Niedrigstenergie-Schwimmbads“ sollen Maßstäbe für ganzheitliche Systeme aus baulichen, technischen und betrieblichen Maßnahmen gesetzt werden. Ein ergänzender Best-Practice-Guide dient als zusätzliche Orientierungshilfe.



Simulation

Durch den Einsatz von dynamischen Simulationen mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche können verschiedene Effizienzmaßnahmen an der Gebäudehülle, in der Anlagentechnik und/oder der Betriebsführung vor einer Umsetzung miteinander verglichen werden. Dies soll die identifikation von Maßnahmen erleichtern, die mit den Betreiberzielen am besten übereinstimmen.

In die Entwicklung des Simulationsmodells werden die Ergebnisse des Handlungsfeldes „Richtlinien“ einfließen. In Anlehnung an die Tabula-Datenbank werden zudem bestehende Gebäude- und Energiesystem-Typologien aus dem Schwimmbadbereich erfasst und als Model­lierungs­­grundlage für die Modellierung zur Verfügung stehen.

Für das Gebäudeenergiesystem und die funktionalen Elemente des Badebereichs wird eine umfangreiche schwimmbad­spezifische Bibliothek aufgebaut. Mit dem finalen Simulationswerkzeug entsteht so für öffentliche und private Betreiber sowie für Planer eine frei verfügbare und anwendungsspezifische Planungshilfe für Energie­effizienzmaßnahmen.


Regelkonzepte

Insbesondere die Anpassung von Regelkonzepten bietet für Bestandsschwimmbäder eine geringinvestive Möglichkeit zur Energie- und Ressourceneinsparung. Im Rahmen des Forschungsvorhabens  werden bis zu fünf im Betrieb befindliche Schwimmbäder bezüglich ihres aktuellen Regelungskonzeptes untersucht.

Die Auswahl unter den interessierten Monitoring-Objekten erfolgt mit dem Ziel einer möglichst breiten Abdeckung der häufigsten Typologien aus den Bereichen funktionale Aus­stattung, gebäudetechnische Anlagen und Gebäudehülle.

Die Betriebsdaten werden aus der vorhandenen Gebäude­automation vollständig digital erfasst und in einer hochper­formanten Cloud anhand von Zeitreihen-Datenbanken z. B. für Planer und Badbetreiber zur Verfügung gestellt.

Zur Berechnung der zuvor definierten Kennzahlen werdenspezifische Bewertungsalgorithmen definiert und anhand der Beispielbäder validiert. Die Implementation korrelierender Interpretationsmethoden ermöglicht anschließend die auto­matisierte Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Betriebsoptimierung.

Die Arbeitschritte im Detail häufig gestellte Fragen

  • Projektleitung und –Öffentlichkeitsarbeit
  • Architektonische und bauphysikalische Einflussgrößen
  • Regelstrategien für die Gebäudeautomation
  • Gamification für die intuitive Benutzung des Simulationsmodells
  • Definition für ein „Niedrigstenergieschwimmbad“
  • Entwicklung eines EnEV-Berechnungsverfahrens
  • Energetische Kategorisierung der Anlagentechnik/Elektrotechnik
  • Simulationsmodelle für energieeffiziente Schwimmbäder
  • Definition von Best-Practice –Bädern